Britta Kallmann

Germanistin, Angestellte in einer internationalen Kulturaustauschorganisation.

Ich bin in dieser Legislaturperiode (seit 4.11.21) erstmals BVV Verordnete, war vorher Stellvertretende Bürgerdeputierte im Ausschuss Umwelt, Verkehr, Klima, Immobilien und bin seit 2019 Co-Sprecherin der AG Klima & Ökologie im Kreisverband der Grünen.

Friedrichshain-Kreuzberg muss ein sozialer, solidarischer und vielfältiger Bezirk bleiben. Ich möchte vor allem im Bereich Klimagerechtigkeit dabei mitwirken, den Bezirk sozial-ökologisch weiterzuentwickeln. Drei Themen, die mir am wichtigsten sind:

Entsiegeln – Schwammstadt

Friedrichshain-Kreuzberg hat weniger Grünflächen als andere Bezirke. Ein klimagerechter Kiez ist grüner – mit deutlich weniger Platz für Autos und dafür Flächen für Baumpflanzungen mit breiten Baumscheiben, Pocket Parks mit Sträuchern, insektenfreundliche Blumenwiesen, schattige Aufenthaltsorte, wenn der nächste Hitzesommer uns aus den Wohnungen treibt. Entsiegelung und Begrünung schaffen mehr Lebensqualität und ermöglichen die Entwicklung zur Schwammstadt. Gegen die zunehmende Wasserkrise brauchen wir das Regenwasser für Kühlung durch Verdunstung und für Grundwasserbildung.

Gegen den Flächenfraß

Unser Bezirk ist der am dichtesten bebaute Bezirk Berlins. Bündnis 90/Die Grünen fordern urbanes Wohnen statt Flächenfraß. Wohnraum sollte durch Aufstockungen entstehen und nicht durch das Bebauen von Innenhöfen oder der letzten unversiegelten Flächen. Die absolute Mehrheit der Haushalte in Berlin besteht aus einer oder zwei Personen. Davon haben knapp 40% vier oder mehr Räume. Gegen die Wohnungsnot helfen Wohnungstausch statt Neubau, konsequentes Vorgehen gegen Leerstand und Ferienwohnungen und das Erschweren von Zweitwohnungen. Wenn gebaut wird, dann ökologisch. Und natürlich muss Wohnraum bezahlbar sein durch kommunalen Besitz und Gemeinwohlorientierung.

Wärmewende

Da in Berlin die Wärme für fast 50% der Emissionen verantwortlich ist, müssen wir auf bezirklicher Ebene da die Wärmewende vorantreiben, wo wir die Möglichkeit haben. Wir brauchen eine Sanierungsoffensive und Umstellung auf fossilfreie Wärme und Aufbau erneuerbarer Nahwärmenetze. Gebäude in bezirklicher Hand wie Schulen, Bibliotheken und Bürgerämter sollten nicht nur Vorreiter sein, sondern Energie produzieren und speichern und Mittelpunkt von Nahwärmenetzen werden, die die umliegenden Straßen einbinden. Wenn diese Netze erstmal stehen, ist fossilfreie Wärme – Solarthermie, Abwärme, Erdwärme, Luft-Wärmepumpen – viel billiger als Erdgas, Kohle, Öl. Die Studien und Vorschläge von Expert*innen dazu gibt es. Wir brauchen Geld und Gesetze von Land, Bund und EU für die Umsetzung der Wärmewende im Bezirk zu gestalten.

Ausschüsse:
Ausschuss für Umwelt- und Naturschutz, Grünflächen und Klimaschutz
Ausschuss für Verwaltung, Bürgerdienste, Digitalisierung und Facility Management

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Britta Kallmann, Foto: Kilian Vitt