Buchbesprechung „Ach, ihr seid das 114. Haus“,

sagte der Polizist lapidar, nachdem im März 1981 ein leerstehendes Fabrikgebäude in der Lausitzer Straße – Teil der heutigen Regenbogenfabrik – besetzt worden war und registrierte die Anschrift in seinem Notizblock. Das klingt zwar cool, entsprang aber bereits purer Verzweiflung der Staatsgewalt. Noch drei Monate vorher war eine Besetzung von Häusern am Fraenkelufer von der Polizei brachial verhindert worden und

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Schüler*innen in Gedenkveranstaltungen einbeziehen

Zur öffentlichen Gedenkveranstaltung an die Opfer des Naziregimes am Tag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar dieses Jahres war leider keine einzige Schulklasse gekommen. Auch das Erinnern an die Pogrome vom 9. November, das im letzten Jahr im Bezirksmuseum stattfand, blieb ohne Beteiligung von Jugendlichen. Das stimmt traurig. Angereist waren schwedische und israelische Nachfahren der Ermordeten, die ausführlich

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Gegen die Domestizierung

Zum Tod von Chuck Berry „Müsste man ein anderes Wort für Rock’n’Roll finden, könnte man ihn Chuck Berry nennen“, meinte John Lennon einmal. Gewiss hat Berry den Rock nicht „erfunden“, der lag vielmehr in der Luft, aber mit seinem metallischen Gitarrensound in einem Uptempo-Blues-Schema, seinen Texten und vor allem seiner Körperperformance sprach er seit 1956 auf einzigartige Weise das Begehren

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