Initiator*in: B’90/Die Grünen, Dr. Katrin Reuter

Mündliche Anfrage

Ich frage das Bezirksamt:

1) An welchen Stellen wurden seit 2013 im Sinne des „essbaren Bezirks“ Nutzpflanzen gepflanzt?

2) Wie beurteilt das Bezirksamt die Akzeptanz bzw. den Erfolg der Umsetzung des „essbaren Bezirks“ in Friedrichshain-Kreuzberg?

3) Welche Probleme gibt es bei der Umsetzung?

Nachfragen:

1) Welche Maßnahmen wurden noch ergriffen, um die Idee des „essbaren Bezirks“ voranzutreiben?

2) Wie ist die weitere Umsetzung der Idee geplant?

Beantwortung: BezStR Herr Schmidt

zu Frage 1:
Ja, ich beantworte natürlich Ihre Fragen gerne wie folgt: Eine Erhebung bzw. Statistik existiert hierzu leider nicht. Soweit Landschaftsbaumaßnahmen durch den Bezirk veranlasst worden sind, wurden in verschiedenen Fällen Gehölze mit essbaren Früchten gepflanzt. Hierzu zählen u.a. Pflanzungen im Görlitzer Park und auf der Freifläche der Carl-von-Ossietzky-Gemeinschaftsschule und der Aziz-Nesin-Grundschule.

zu Frage 2:
Angesichts ausbleibender Beschwerden kann eine weitgehende Akzeptanz angenommen werden. – Ja … das ist Verwaltung.

zu Frage 3:
Das hängt ganz davon ab, wie hoch die Latte gehängt wird. Da das Thema nur eine Facette im Spektrum der öffentlichen Grünflächenversorgung ohne eigenes Budget und ohne Personalressourcen darstellt, ist jede überzogene Erwartung zum Scheitern verurteilt. Wenn sich allerdings der Prozess stetig fortsetzt und nicht zum Erliegen kommt, sollte dies nicht als Problem, sondern als nachhaltiger Erfolg bewertet werden.

zu Nachfrage 1:
Seitens des Fachbereichs Grünflächen wurde eine Internetseite veröffentlicht. Den Link … ja, könnte ich jetzt vorlesen, der ist ziemlich lang. Einfach bei Interesse noch mal nach der Sitzung vielleicht … Ich kann das gerne aushändigen. Darüber hinaus sollte das Thema möglichst flächendeckend in den Schulen behandelt werden. Ob dies bereits erfolgt ist, ist leider dem Fachbereich Grünflächen nicht bekannt.

zu Nachfrage 2:
Bei künftigen Landschaftsbaumaßnahmen werden weiterhin Gehölzer mit essbaren Früchten gepflanzt.

Frau Jösting:
Da Sie von mangelnden Ressourcen sprachen, möchte ich fragen, ob die Klimaschutzbeauftragte eingebunden ist in das Thema?

zu Nachfrage 3 – BezStRin Frau Herrmann:
Die Klimaschutzbeauftragte ist lt. Bezirksamtsbeschluss/Aufteilung dem Umweltamt zugeordnet und daher beantworte ich Ihre Frage. Die Klimaschutzbeauftragte hat, wie Sie wissen, ist ja zurückzuführen auf einen BVV-Beschluss und dann hat das Bezirksamt eine Klimaschutzbeauftragte eingeführt. Das war der Wille damals
der BVV schon weit vor meiner Zeit.

Der Klimaschutz ist sicherlich ein Querschnittsthema, dem würden Sie mir ja auch zustimmen und es ist so, dass die Klimaschutzbeauftragte im Bereich essbarer Bezirk eher am Rande betroffen ist. Es ist allerdings, wenn wir beispielsweise das Thema „Kommune für biologische Vielfalt“ besprechen, das Thema einheimische Gewächsarten bevorzugt zu bepflanzen, da wiederum ist dann die Klimaschutzbeauftragte selbstverständlich auch immer wieder mit dabei und betroffen, wenn es um die Frage geht Klimaanpassung und eben die Frage, welche Pflanzenarten sind dann davon betroffen. Das deckt sich übrigens nicht immer die Frage einheimische Pflanzen und Klimaanpassungsfragen. Da ist dann die Klimaschutzbeauftragte sehr, sehr wohl intensiv dabei. Und das Umweltamt kooperiert in der Frage essbarer Bezirk mit dem Straßen- und Grünflächenamt auch sehr gut zusammen.

Friedrichshain-Kreuzberg, den 11.10.2017
Bündnis 90/Die Grünen
Fragesteller*in: Dr. Katrin Reuter

PDF zur Drucksache