Ein Internetcafé für die Flüchtlingsunterkunft

DS/0514/IV

Antrag

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird beauftragt, sich gegenüber dem Landesamt für Gesundheit und Soziales sowie der PRISOD Wohnheimbetriebs GmbH dafür einzusetzen, dass in der Flüchtlingsunterkunft Stallschreiberstraße 12 in Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen und dem Verein „Refugees Emancipation“ ein selbstverwaltetes Internetcafé eingerichtet wird.

Der BVV ist zur Februar-Sitzung zu berichten.

Begründung:

Das Internet ist ein Ort des Wissens und der Kommunikation. Es können Nachrichten aus aller Welt gelesen, Emails an Familie und FreundInnen geschrieben und vielfältige Informationen eingeholt werden. Zudem sind PCs mit Internetzugang wichtig für die Teilhabe von Flüchtlingskindern, die die Schule besuchen. AsylbewerberInnen verfügen jedoch meist nicht über das Geld, regelmäßig ins Internetcafé zu gehen oder sich gar einen eigenen Computer zu kaufen. Daher hat der Verein „Refugees Emancipation“ ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem Internetcafés in Flüchtlingsunterkünften eingerichtet werden.

Der Verein stellt die Computer und organisiert technische Unterstützung, die Unterkunft stellt die Räume und die Asylsuchenden organisieren den Betrieb. In Brandenburg gibt es bereits in sieben Flüchtlingsunterkünften ein solches Café – in Berlin bisher leider nur in Marienfelde. Doch der Erfolg ist groß. Die AsylbewerberInnen können nicht nur mit ihren Familien und FreundInnen in Kontakt bleiben. Sie können sich untereinander vernetzen oder weiterbilden.

Das Internet soll auch von Flüchtlingskindern und Jugendlichen für das Erledigen von schulischen Aufgaben genutzt werden können. Und durch die Selbstverwaltung wird den BewohnerInnen mehr Eigenverantwortung für ihren Alltag in der Gemeinschaftsunterkunft gegeben.

Friedrichshain-Kreuzberg, den 11.12.2012

Bündnis 90/Die Grünen

Antragstellerin:Paula Riester