Temporäre Spielstraßen sind ein Erfolgsmodell für Kieze und Familien. Nun stehen sie durch eine Entscheidung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima und Umwelt faktisch vor dem aus: Sie sollen vom Senat nur noch dann finanziell unterstützt werden, wenn sie als Straßenfeste organisiert werden. Damit wären aber hohe Auflagen für die nachbarschaftlichen, freiwilligen Organisator*innen verbunden, die sie praktisch nicht erfüllen könnten. Die Grüne Fraktion der BVV Friedrichshain-Kreuzberg fordert gemeinsam mit den Fraktionen der Linken und der SPD in ihrem Antrag, dass diese Änderung rückgängig gemacht wird.

Durch temporäre Spielstraßen entstehen Spielräume und Begegnungsorte besonders in Nachbarschaften, denen es sonst an Raum zum spontanen Austausch und Netzwerkbildung mangelt. Deshalb haben sich im Bezirk bislang zwölf Anwohner*inneninitiativen gegründet, die mit leidenschaftlichem Engagement für die Organisation und Durchführung von temporären Spielstraßen Verantwortung übernehmen. Da sie nur wenige Stunden in Nebenstraßen stattfinden, entstehen kaum verkehrliche Nachteile bei großem nachbarschaftlichem Gewinn.

Antragstellerin Olja Koterewa erklärt dazu: “Temporäre Spielstraßen stärken genau deshalb den Kiezzusammenhalt, weil sie niedrigschwellig und nichtkommerziell organisiert werden. Sie leben vom Engagement der Nachbarschaft. Die bürokratischen Auflagen, die mit der Entscheidung der Senatsverwaltung einher gehen würden, machen dieses Engagement de facto unmöglich. Es wäre ein schwerer Fehler, Kiezleben und jahrelanges Engagement so zu unterbinden.“

Zum Antrag: DS/1023/VI