DS/1154/V – Entmilitarisierung des öffentlichen Raums

Antrag

Initiator*in: B’90/Die Grünen, Werner Heck

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird beauftragt, einen öffentlichen Diskurs- und Beteiligungsprozess zu initiieren, in dem eine mögliche Umbenennung aller nach Generälen und Schlachten benannten Straßen und Plätze im Umfeld des sogenannten Generalszugs im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg grundsätzlich diskutiert und gegebenenfalls auch Vorschläge für potentielle neue Namensgeber*innen der umzubenennenden Straßen entwickelt werden sollen. Dabei sollen neben Historiker*innen, Expert*innen, insbesondere die Bürger*innen des Bezirks und vor allem die Anwohner*innen der folgenden Straßen und Plätze

– Yorckstraße
– Blücherstraße
– Blücherplatz
– Hornstraße
– Möckernstraße
– Gneisenaustraße
– Katzbachstraße
– Hagelberger Straße
– Großgörschenstraße
– Großbeerenstraße
– Eylauer Straße
– Obentrautstraße

einbezogen werden.

Begründung:

Die Straßen und Plätze des sogenannten Generalszuges sowie weitere Straßen und Plätze in dessen direkter Umgebung wurden durch Kabinettsorder vom 9. Juli 1864 zum Gedenken an Schlachten und bedeutende Militärs der Befreiungskriege von 1813-1815 gegen Napoleon I anlässlich des 50ten Jahrestages nach diesen benannt.
Mehr als 200 Jahre nach diesen Kriegen, 150 Jahre nach der Benennung nach Akteuren und Schlachten stellt sich vor dem Hintergrund der europäischen Einigung und insbesondere der im Rahmen dieses friedensstiftenden Prozesses entstandenen tiefen Partnerschaft zwischen den ehemaligen „Erbfeinden“ Frankreich und Deutschland die Frage, ob die Benennung von Plätzen und Straßen insbesondere des sogenannten Generalszuges und dessen Umfeld in Kreuzberg nach Militärs, Generälen und Schlachten der sogenannten Befreiungskriege gegen Napoleon heute noch als angebracht betrachtet werden kann. Andererseits haben sich in den mehr als 150 Jahren, in denen diese Straßen und Plätze diese Namen tragen, Geschichte und Geschichten um und über diese Namen geschrieben, die vielleicht untrennbar mit diesen verbunden sind und durch potentielle Umbenennungen ihren Bezug verlieren würden.

Vor dem Hintergrund, dass es immer wieder Initiativen von einzelnen Anwohner*innen oder Gruppen gibt, die eine Umbenennung einzelner nach Militärs, Generälen und Schlachten benannter Straßen und Plätze fordern, scheint es an der Zeit, hier von Seiten des Bezirks ein Format zu entwickeln und anzubieten, in dem den Anwohner*innen und Bürger*innen eine Möglichkeit geboten wird, diese Fragen einmal grundsätzlich zu diskutieren.

Friedrichshain-Kreuzberg, den 19.02.2019
Bündnis 90/Die Grünen
Antragsteller: Herr Werner Heck

 

PDF zur Drucksache