Neue Galerie auf der Rückseite der East-Side-Gallery

PE der Fraktion: Auf der spreezugewandten Seite der Berliner Mauer kann im Jahr 2010 Berlins größte Open-Air-Ausstellungsfläche entsteht. Kritiker sind gegen "West-Side-Gallery"

Auf der Rückseite der weltberühmten East-Side-Gallery an der ehemaligen Berliner Mauer in Friedrichshain-Kreuzberg soll im kommenden Jahr eine neue Open-Air- Ausstellungsfläche entstehen. Das hat das Bezirksparlament auf Antrag die Grünen-Fraktion gestern Abend beschlossen. “Die West-Side-Gallery könnte Berlins längste Open-Air-Galerie etwa für Fotografie, Malerei, Street-Art oder Graffiti werden”, sagt Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne).

Die Pläne sind umstritten: Kritiker hatten Bedenken geäußert und sich für eine weiße Fläche auf der spreezugewanden Seite der fast 1,3 Kilometer langen Berliner Hinterlandmauer an der Oberbaumbrücke ausgesprochen. Dem widerspricht Elvira Pichler, kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion: “Die künstlerische Projektarbeit soll der historischen Bedeutung des Ortes gerecht werden, diese reflektieren und in anspruchsvollen temporären künstlerischen Arbeiten ihren Ausdruck finden.”

Der Idee nach könnten Künstler einzeln oder in Gruppen zweimal jährlich bei einem offenen, künstlerischen Wettbewerb Vorschläge für die temporäre Gestaltung der Gesamtfläche oder größere Teilflächen der Mauer einreichen. Ein konkretes Gesamtkonzept soll das Bezirksamt nun in Kooperation mit kompetenten Fachleuten aus Institutionen und Einrichtungen ausarbeiten.