River-Side-Gallery

DS/1366/III

Antrag

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird beauftragt, der BVV zur Oktobersitzung ein künstlerisches Gesamtkonzept für den Umgang mit der Fläche der spreezugewandten Seite der ehemaligen Hinterlandmauer (wasserzugewandten Seite der East-Side-Gallery) an der Mühlenstraße vorzulegen, das den Charakter einer lebendigen Galerie mit wechselnden “Ausstellungen” trägt.

Dieses Konzept soll folgende Aspekte enthalten:

a) Die künstlerische Gestaltung dieser Fläche soll

1. temporär sein (z.B. 2x jährlich wechselnd)

2. den stadträumlichen Kontext des Ortes beachten

3. mit unterschiedlichen Medien (Malerei, Fotografie, Streetart, Graffiti, etc.) arbeiten

4. formal unterschiedlich sein (narrativ, konzeptionell, seriell, etc.).

5. in Form eines offenen Wettbewerbes ausgeschrieben werden, wobei die Auswahl durch eine qualifizierte Jury erfolgt

b) Modelle für die Finanzierung der River-Side-Gallery, die den Möglichkeiten des Bezirkshaushaltes Rechnung tragen (z.B. Sponsorenmodell, Drittmittelmodell).

Begründung:

Als die Berliner Mauer noch Grenze war, stellte sie immer schon eine Reibungsfläche für KünstlerInnen dar.

Im westlichen Berlin haben KünstlerInnen wie Blixa Bargeld, Tödliche Doris, Thierry Noir und andere die Grenzmauer auf ihre Weise bearbeitet und sich künstlerisch angeeignet. Für die Entwicklung der Streetart im Westen Berlins war die Berliner Mauer mit ihren riesigen Flächen immer auch materielle Grundlage.

An diese Entwicklungslinie soll mit der River-Side-Gallery angeknüpft werden. Sie soll KünstlerInnen die Möglichkeit geben, sich mit den großen, der spreezugewandten Flächen an der Mühlenstraße in ihrem stadträumlichen Kontext, mit den besonderen Sichtachsen usw., das heißt konzeptionell, auseinanderzusetzen.

Die River-Side-Gallery soll keine Kopie der East-Side-Gallery sein. Das heißt, sie soll kein Museum werden, sondern mit ihrer wechselnden Gestaltung eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit diesen Flächen ermöglichen. Keine kleinteilige, in der Tradition des Tafelbildes stehende Aufteilung der Flächen ist gefragt.

Die Herausforderung besteht vielmehr darin, für die Gesamtfläche oder für größere Teilabschnitte künstlerische Gestaltungskonzepte zu entwickeln, die mit der stadträumlichen Situation vor Ort kommunizieren.

Friedrichshain-Kreuzberg, den 14.07.09

B’90/Die Grünen

AntragstellerInnen: Elvira Pichler und Hans Panhoff