Generationen: Kinder, Jugend, Familie, Alte

Friedrichshain-Kreuzberg ist der jüngste Bezirk Berlins. Hier leben viele Kinder und Jugendliche, und das freut uns. Darüber darf jedoch nicht die Lebenssituation Älterer aus den Augen verloren werden. Wir wollen einen Bezirk, der alle Altersgruppen in den Blick nimmt. Dem grün geführten Jugendamt ist es in den letzten Jahren gelungen, die Angebote für Familien in unserem Bezirk deutlich zu verbessern: Neue Familienzentren haben eröffnet, das FamilienServiceBüro wurde gegründet und viele Spielplätze konnten endlich saniert werden. Wir wollen diese wichtigen Angebote und Strukturen für Familien erhalten und finanziell noch besser ausstatten. Darüber hinaus muss die bezirkliche Infrastruktur sich auch an den Bedürfnissen älterer Menschen orientieren.

Kinder- und Familienzentren flächendeckend erhalten, ausbauen und gut ausstatten

Kinder und Eltern brauchen für ein gutes Leben eine soziale Infrastruktur, die sie fördert und unterstützt. 2013 konnte das FamilienServiceBüro eröffnen, dass verschiedenste Beratungs- und Serviceangebote wie zum Beispiel Tages- und Hortbetreuung, Betreuungsgeld und Elterngeld unter einem Dach zusammenfasst. Dieses Angebot soll bestehen bleiben und weiter ausgebaut werden.
Wir haben in allen acht Bezirksregionen Familienzentren geschaffen. Sie halten an einem Ort eine Vielzahl von Angeboten rund um Kinder und Familie bereithalten: Familienförderung und -selbsthilfe, Elternberatung und -bildung, Sprachförderung und Gesundheitsfürsorge sowie Mütter-, Väter- und Integrationskurse. Ein besonderer Fokus wird auf die Förderung elternorientierter Projekte sowie die Unterstützung der Eltern im Institutionendschungel gelegt. Zusätzlich soll die verbindliche Kooperation zwischen Schulen, Kitas, Jugendamt und anderen beratenden Diensten, dem Gesundheitsdienst, Kinderärzt*innen und Hebammen verbessert werden. Mehr familienfreundliche Öffnungszeiten des FamilienServiceBüros und anderer Verwaltungen mit Publikumsverkehr sind notwendig, um Familien zu entlasten. Dies ist jedoch nur mit einer besseren Personalausstattung und im Einvernehmen mit den Angestellten durchführbar.

Grün wirkt: Viel Geld für neue Spielplätze

Friedrichshain-Kreuzberg ist ein kinderreicher Bezirk. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren einen Schwerpunkt auf die Sanierung von Spielplätzen gelegt. Dank dem Einsatz des grünen Baustadtrats und der grünen Bezirkspolitiker*innen konnten wir in den letzten zwei Jahren folgende Spielplätze sanieren:

2014 2015
• Hohenstauffenplatz (Zickenplatz)
• Grimmstraße
• Liebigstraße
• Schleidenplatz
• Hübnerstraße
• Chamissoplatz
• Schleiermacher Straße
• Baerwaldstraße
• Wühlischstraße
• Traveplatz
• Lohmühleninsel
• Möckernstraße
• Hagelberger Straße
• Dresdener Straße
• Wilhelmstraße
• Stresemannstraße
• Hausburgstraße
• Petersburger Platz
• Böcklerpark
• Ratiborstraße
• Wismarplatz
• Müggelstraße
• Lausitzer Platz
• Eisenbahnstraße
• Köpenicker Straße
• Falckensteinstraße
• Naunynstraße
• Lindenstraße
• Solmstraße
• Comeniusplatz
• Auerdreieck
• Indianerspielplatz

Kitas für alle Kinder

Kitaplätze sind auch in Friedrichshain-Kreuzberg knapp. Um auch zukünftig
allen Kindern den Kitabesuch zu ermöglichen, setzen wir uns intensiv für den
weiteren Ausbau der Kita-Plätze ein. In den letzten Jahren konnten im Bezirk
bereits über 4.000 zusätzliche Kitaplätze geschaffen werden. Wir setzen uns
zudem bei Investor*innen von Neubauprojekten dafür ein, dass diese auch
außerhalb städtebaulicher Verträge an der Schaffung neuer und bezahlbarer
Kitaplätze mitwirken.

Gute Betreuung in den Kitas

Ab 2018 soll der Kita-Besuch in Berlin vollständig kostenfrei sein. Darüber
freuen wir uns, denn ob ein Kind eine Kita besuchen kann, darf nicht vom
Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Gebührenfreiheit für alle darf jedoch
nicht vor Qualität gehen! Wir halten auch eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels
für zwingend notwendig. Noch sind nicht alle Eltern von der Qualität
der Kitas überzeugt. Deswegen hat das grün geführte Jugendamt hunderte
Stadtteilmütter und -väter ausgebildet, um Eltern die Vorteile eines Kitabesuchs
näher zu bringen. Je früher und je länger Kinder eine Kita besuchen,
desto besser sind sie auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet.

Mobile Kitas für Kinder in Flüchtlingsheimen

Kitas bieten auch für Kinder geflüchteter Familien die Chance, sich besser
und schneller in ihrer neuen Heimat einzuleben. Vielen Familien, die zu uns
kommen, fehlen jedoch positive Erfahrungen mit frühkindlicher Bildung und
Kinderbetreuung. Wir wollen deswegen mobile Kitas schaffen − als aufsuchende
Hilfe in den Flüchtlingsheimen −, um geflüchteten Familien Brücken
in das Berliner Bildungssystem zu bauen.
Wir wollen sie auch dabei unterstützen, ihren Rechtsanspruch auf einen
Kitaplatz tatsächlich wahrnehmen zu können. Kitas können ein wichtiger
Schlüssel für den Spracherwerb und die Integration Geflüchteter sein. Dafür
müssen sie entsprechend ausgestattet werden. Denn die Arbeit mit traumatisierten
Kindern, die Zusammenarbeit mit geflüchteten Eltern, die Kooperation
mit den Jugendämtern, Gesundheitsämtern sowie dem LaGeSo erfordern
in der mittelbaren pädagogischen Arbeit mehr Zeit.

Sprachkompetenz ist der Schlüssel zur Bildung

Bildungsbenachteiligung macht sich oft unmittelbar am Spracherwerb fest.
Leider fehlt es in den Kitas als Bildungseinrichtungen weiterhin an Geld und
Personal, um gute Rahmenbedingungen für Sprachförderung zu schaffen.
Wir setzen uns für eine bessere Personalausstattung der Kitas ein und wollen
besonders darauf achten, dass qualifiziertes Personal eingestellt wird. Außerdem
fordern wir die Einstellung von Erzieher*innen, die neben der deutschen
Sprache eine weitere im Bezirk verbreitete Sprache beherrschen. Denn die
wichtigsten Weichen der kindlichen Entwicklung werden bis zum Alter von
sechs Jahren gestellt.
Unser Ziel ist es, dass Kinder mit deutscher wie nichtdeutscher Muttersprache
zum Zeitpunkt der Einschulung keine Sprachdefizite mehr aufweisen.
Dabei darf sich die Sprachförderung nicht allein auf den Erwerb deutscher
Vokabeln
beschränken. Die Familiensprache ist immer Ausgangspunkt für
den weiteren Spracherwerb, und sie spiegelt die Vielfalt und den kulturellen
Reichtum in unserer Gesellschaft. Hierfür hat das Jugendamt verschiedenste
Sprachförderprogramme eingerichtet.

Räume für Kinder und Jugendliche erhalten

Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie Jugendclubs oder Jugendfreizeitstätten
sind nicht nur wichtig, um Kindern und Jugendlichen Raum zu geben
selbst aktiv und kreativ zu sein. Sie dienen auch als Präventionsangebot.
Dafür müssen ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Wir setzen
uns weiterhin dafür ein, dass die Landesebene die Mittel für Kinder-,
Jugend-
und Familienarbeit erhöht. Das ist insbesondere wichtig, weil auch
Jugendeinrichtungen von Verdrängung durch steigende Mieten bedroht sind.

Mehr Personal für die Jugendämter

Durch den von der Landesebene vorgeschrieben Stellenabbau mussten einige
Jugendämter in Berlin zeitweilig schließen, um die immer höheren Aktenberge
noch abarbeiten zu können. Die personelle Unterausstattung hat große
Auswirkungen für die Familien, die bei wichtigen Anliegen, wie etwa dem Elterngeld,
lange auf die Auszahlung warten müssen. Das ist nicht nur ärgerlich,
es kann auch zu existentiellen Nöten führen. Wir wollen die Bearbeitungszeiten
deutlich verkürzen. Ohne mehr Personal wird das bei steigenden Kinderzahlen
nicht gehen! Ein am Bedarf orientierter Pool an Sprachmittler*innen,
auf den auch die Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe zurückgreifen können,
ist ebenfalls notwendig.

Hilfsangebote auch speziell auf Väter zuschneiden

Bei der Pflege und Erziehung von Kindern übernehmen immer mehr Väter
eine wichtige Rolle. Auch sie benötigen flächendeckend Räume und Strukturen,
die sie ansprechen und in denen sie sich einbringen können. Mittlerweile
gibt es in einigen Familienzentren Angebote wie Vater-Kind-Turnen,
Vater-
Kind-Treffs und ähnliches. Das wollen wir weiter ausbauen.

Mehr Unterstützung für Alleinerziehende

In Berlin gibt es immer mehr alleinerziehende Mütter und Väter, knapp 11.000
davon leben in Friedrichshain-Kreuzberg. Oft haben sie mit Zeit- und Geldnot
zu kämpfen und können viele Angebote nicht wahrnehmen. Gerade Alleinerziehende
sind auf Unterstützung angewiesen. Denkbar sind zum Beispiel
Gruppen in Familienzentren, die sich am Wochenende oder in frühen Abendstunden
treffen sowie kostengünstige flexible Betreuungsmöglichkeiten.

Friedrichshain-Kreuzberg ist auch für Alte da!

Niemand will auf seine gewohnte Umgebung verzichten. Am liebsten möchte
jede*r bis zum Lebensende zuhause wohnen bleiben. Wir wollen, dass der Bezirk
alten Menschen die Teilhabe am sozialen Leben erleichtert. Hierfür werden
wir etwa den Zugang zu Hilfsmöglichkeiten verbessern sowie ein umfangreiches
Pflegenetzwerk aufbauen und unterstützen neue Wohnformen im Alter.
Wir werden uns zukünftig bei Investor*innen von Neubauprojekten dafür
einsetzen, dass diese sich auch außerhalb städtebaulicher Verträge von Beginn
an an der Schaffung von Senior*inneneinrichtungen beteiligen.

Begegnungsstätten für Alte

Vor allem für alte Menschen ist es wichtig, dass sie Orte im Bezirk haben, wo
sie anderen begegnen und soziale Kontakte pflegen können. Dabei spielen
Treffpunkte und Begegnungsstätten, in denen regelmäßig Veranstaltungen
stattfinden, eine wichtige Rolle. Leider sind auch diese immer öfter von astronomischen
Mietforderungen betroffen. Besonders in Friedrichshain mussten
Senior*innen-Freizeitstätten schließen.
Die Suche nach dezentralen Räumlichkeiten in Friedrichshain-Kreuzberg,
die für Senior*innenfreizeitstätten geeignet und außerdem bezahlbar sind,
ist mehr als schwierig. Das sagen wir ehrlich. Trotzdem werden wir weiter an
der Idee dezentraler Senior*inneneinrichtungen mit kurzen Wegen in Friedrichshain-
Kreuzberg festhalten. Damit auch Menschen am gesellschaftlichen
teilnehmen können, die nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt mobil sind,
wollen
wir außerdem einen Begleitservice und Besuchsdienste einrichten
bzw. ausbauen.

Das Angebot dem Bedarf anpassen

Nur wenn wir wissen, wer in welchen Kiezen welche Bedarfe hat, können
wir auf der Grundlage einer aussagefähigen Bedarfserhebung eine kultursensible
Altenplanung mit adäquaten Angeboten formulieren, die dann auch tatsächlich
von Senior*innen genutzt und angenommen wird. Hierzu zählt auch
die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements bei Senior*innen, insbesondere
derer mit Migrationshintergrund, da hierdurch oftmals eine stärkere
Vernetzung
mit Nachbar*innen in den Kiezen erfolgt und damit ein solidarisches
Miteinander befördert und soziale Teilhabe möglich wird.

Versorgung und Pflege für Ältere mit geistiger Behinderung sichern

Momentan ist die Versorgungslage älterer Menschen mit geistiger Behinderungen
in Friedrichshain-Kreuzberg ausreichend. Dass soll auch so bleiben,
wenn immer mehr Menschen immer älter werden. Wir wollen frühzeitig
Grundsteine für ein verlässliches Angebot an Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten
für ältere Menschen mit geistiger Behinderung legen. Weitere
Erkrankungen, die vor allem ältere Menschen betreffen − wie Demenz − sollen
dabei ebenfalls berücksichtigt werden.