Zum Welt-AIDS-Tag: Bezirk ehrt Kämpferin gegen Diskriminierung

Pressemitteilung der Grünen Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg vom 01.12.2019:

Zum Welt-AIDS-Tag am 01. Dezember 2019 erklären Sarah Jermutus, Mitglied im Fraktionsvorstand und Vorsitzende des Ausschusses für Frauen, Inklusion und Queer und Pascal Striebel, Mitglied im Fraktionsvorstand und in den Ausschüssen für Frauen, Inklusion und Queer sowie für Kultur und Bildung:

Das Thema HIV/AIDS geht uns alle an. Wir müssen nicht nur AIDS beenden, sondern auch die Stigmatisierung und Diskriminierung der Betroffenen.

Deshalb ist Berlin 2016 einem Netzwerk aus fast 100 Städten weltweit beigetreten, den Fast-Track-Cities. In diesem Jahr haben wir das wichtige 90-90-90-Ziel erreicht: Mindestens 90 Prozent der mit HIV Infizierten wissen von ihrer Infektion, davon sind mindestens 90 Prozent in medizinischer Behandlung, die wiederum bei mindestens 90 Prozent erfolgreich ist.

Die heutigen Therapien ermöglichen vielen Betroffenen ein nahezu normales Leben. Aber nur 10 Prozent der Menschen wissen überhaupt, dass HIV unter Therapie nicht mehr ansteckend ist. Zusammen mit der Deutschen AIDS-Hilfe wollen wir dieses #Wissenverdoppeln.

Seit Oktober 2019 gibt es mit dem Checkpoint BLN am Hermannplatz ein Angebot für die weiterhin am stärksten betroffene Gruppe von HIV/AIDS – Männer, die Sex mit Männern haben. Dort erhalten sie medizinische Versorgung und Beratung. Auch die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe, eine vorbeugende Medikation gegen die Infektion mit HIV) gibt es dort kostenlos für Menschen, die sie sich nicht leisten können.

Wir freuen uns, dass das Bezirksparlament Friedrichshain-Kreuzberg in seiner letzten Sitzung am 27. November beschlossen hat, die Schauspielerin und „Mutter der Nation“ Inge Meysel (1910 – 2004) gerade auch für ihr langjähriges Engagement gegen die politische Instrumentalisierung von AIDS und die Stigmatisierung HIV-Positiver mit der Benennung einer Straße in Friedrichshain zu ehren.