Initiatorin: Dr. Brigitte Kallmann, B’90 Die Grünen

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird aufgefordert, leere Baumscheiben überall dort sukzessive mit hochwach-senden Sträuchern zu bepflanzen, wo bereits Untersuchungen des Untergrunds stattgefunden und ergeben haben, dass keine Baumpflanzungen möglich sind. Das Bezirksamt möge mit den Strauchpflanzungen im Herbst 2022 beginnen. Zudem soll das Bezirksamt auf seinem Informationsangebot zur Baumscheiben-Begrünung (https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/gruenflaechen/artikel.146174.php) darauf hinweisen, unter welchen Um-ständen auch Anwohner*innen Sträucher pflanzen können.

Begründung:
Das Bezirksamt hat während des Baumgipfels am 4.März 2022 dargelegt, dass infolge des Klimawandels für die Anpflanzung und Etablierung von Straßenbäumen 12 bis 36 Kubikmeter Untergrund nötig sind. (https://www.bund-berlin.de/fileadmin/berlin/publikationen/Naturschutz/baeume/Weisbrich_Henke_-_Nachhaltige_Sicherung_des_Baumbestandes.pdf.)
Für die Überprüfung der Umsetzbarkeit von Drucksache DS/0565/V hat das Bezirksamt, wie im Ausschuss für Umwelt, Grünflächen und Klima am 7.4.2022 berichtet, den Untergrund von Baumscheiben beispielsweise in der Modersohnstraße untersucht und dabei festgestellt, dass dort aufgrund von Leitungen nur 40 cm Untergrund zur Verfügung stehen. Statt Baumscheiben zu schließen oder leerzulassen, weil eine Baumpflanzung aus fachlicher Sicht nicht sinnvoll ist, sollten stattdessen hochwachsende Sträucher, die flachere Wurzeln haben, im Sinn der Entwicklung zur Schwammstadt gepflanzt werden.
Sträucher dienen als Nahrungsquelle für Insekten und als Habitate für einige Vogelarten, bin-den CO2 und stabilisieren das Grundwasser (https://www.igb-berlin.de/news/wasser-berlin) Aufgrund der Klimanotlage ist der Schutz des Grundwassers von herausragender Bedeutung.

Friedrichshain-Kreuzberg, den 19.04.2022

PDF zur Drucksache