PE der Fraktion: Grüne wollen neue Berliner Kunsthalle nach Kreuzberg holen

Die Grünen in Bezirk und Land wollen mit dem alten Kreuzberger Blumengroßmarkt die Berliner Kulturszene aufmischen. Ihr Vorschlag: Ab 2010 könnte in der südlichen Friedrichstadt eine neue Kunsthalle entstehen. Ein entsprechender Antrag von Grünen und SPD wurde mit Unterstützung der Linken in der heutigen BVV verabschiedet.

Die BVV spricht sich für eine Kunsthalle in der südlichen Friedrichstadt aus. Sie soll in dem Gebäude des Blumengroßmarkts ihren Platz finden, der 2010 an die Beusselstraße umzieht. Das Bezirksamt wurde darin bestärkt, sich bei der zuständigen Senatsverwaltung für eine kulturelle Nachnutzung einsetzen.

Die Idee geht auf den Architekten Wolfgang Göschel zurück. Zusammen mit der kulturpolitischen Sprecherin der grünen Abgeordnetenhausfraktion, Alice Ströver, hat er den Standort Blumengroßmarkt für die neue Kunsthalle ins Gespräch gebracht.

“Göschels Plan ist großartig, da er die perfekte Nachnutzung für die alte Blumen-Halle ist”, sagt Elvira Pichler (Grüne), kulturpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion. Außerdem würde die Kunsthalle einen gravierenden Missstand beheben: “Denn es ist dringend notwendig, dass die Stadt Künstlerinnen und Künstlern, die in Berlin leben und arbeiten und unter dem Label “Kunst aus Berlin” Furore machen, zukünftig auch hier Präsentationsmöglichkeiten bereithält”, sagt Pichler. Sie verspricht sich zudem eine weitere Stärkung des Kulturstandorts Kreuzberg und Synergieeffekte: Denn die Berlinische Galerie liegt in direkter Nähe, ebenso wie zahlreiche Ateliers an der Friedrich- und der Zimmerstraße sowie das Jüdische Museum.

Eine Kunsthalle an der Friedrichstraße hat aus Sicht der Grünen weitere Vorteile: Ein Kauf der Immobilie wäre nicht nötig, denn sie gehört bereits dem Land Berlin. Eine Nutzung als Kunsthalle würde dem Bau eine Perspektive geben, der mit seinen etwa 40 Jahre noch gut erhalten ist. “Der Start ist auch ohne große Investitionen möglich”, sagt Pichler. Je nach Kassenlage könne dann weiter ausgebaut werden.