Solarpower macht Schule

Ernstgemeinter Klimaschutz ist eine Aufgabe für jeden einzelnen Tag im Jahr. Die Erinnerung daran kommt mittlerweile pünktlich jeden Freitag: Es ist „Fridays for Future“-Zeit (F4F). Weltweit gehen tausende Schüler*innen freitags auf die Straße, um uns Erwachsenen zu zeigen, dass sie mit unserer Klimaschutz-Arbeit nicht zufrieden sind. Den Schüler*innen ist es zu verdanken, dass Klimaschutz wieder Top-Thema ist.

Die Bundesregierung allerdings belächelt die F4F-Demos. Anstatt sie ernst zu nehmen, versuchen Merkel & Co. uns eine Debatte über Schulschwänzen aufzuzwingen, um von ihrem eigenen Versagen abzulenken.

Schüler*innen setzen Veränderung in Gang

In Berlin wollen wir Grünen einen anderen Weg gehen. Als wir 2016 in die Koalition eingetreten sind, haben wir im Koalitionsvertrag den Klimaschutz und die Energiewende fest verankert. Konkrete Maßnahmen und Projekte wurden im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm festgeschrieben. Als Land Berlin wollen wir eine deutliche Vorreiterrolle einnehmen.

Im besonderen Fokus stehen dabei die öffentlichen Gebäude: Dort müssen wir erneuerbare Energien sichtbar und nutzbar machen. Leider müssen wir feststellen, dass es mit der Umsetzung nicht immer auf Anhieb klappt. Das beste Beispiel ist die Schulneubauoffensive: 5,5 Mrd. Euro Investitionsvolumen steckt die rot-rot-grüne Koalition in das Neubauprogramm für Schulen. Es sollen 60 bis 80 neue Schulen in Berlin entstehen. Neubauten erlauben wirkungsvolle Möglichkeiten, um Klimaschutz und Energiewende in Berlin voranzubringen. Schul- und Sporthallendächer springen einem für solare Nutzung förmlich ins Auge; gern in Kombination mit Gründächern. Doch wie sieht es momentan aus? Bei den derzeitigen im Bau befindlichen und geplanten Schulen spielen Solaranlagen keine Rolle. Berlins Schul- und Baubehörden verschlafen doch tatsächlich die Energiewende!

Solarpower für jede Schule

Wir Grünen ziehen nun die Notbremse. Wir wollen, dass bei jeder neuen Schule Solaranlagen genauso selbstverständlich werden wie Fenster und Türen. Die Schulneubauoffensive müssen wir zur aktiven Ausgestaltung der Energiewende nutzen. Dächer und wo möglich auch Fassaden müssen für die Solarnutzung für Strom- oder Wärmegewinnung tauglich sein. Grundvoraussetzung dafür ist eine entsprechende bautechnische Planung inklusive Gebäudeausrichtung und passender Statik. Wenn die Schulen die Dächer nicht selbst nutzen, würden die Flächen beispielsweise unseren Berliner Stadtwerken zur Verfügung gestellt. Selbstredend wird die Schule Erstabnehmer für die gewonnene Öko-Energie. Das senkt zudem die Energiekosten. Mit den Berliner Stadtwerken haben wir eine eigene Akteurin, die dies umsetzen kann und dafür sorgt, dass der Bau der Schulen sich dadurch nicht verzögert. Die eigene Energieanlage lässt sich außerdem super in den Unterricht einbinden. So schicken wir weitere Multiplikator*innen in die Welt. Wir Grüne werden weiter kämpfen bis alle in der Koalition die Dringlichkeit des Klimaschutzes verinnerlicht haben.

 

Stefan Taschner, Mitglied des Abgeordnetenhauses für den Stachel Mai 2019