Vision Zero

Tag der Verkehrssicherheit, Aktion der Grünen Xhain am Frankfurter Tor mit Antje Kapek (Mitglied des Abgeordnetenhauses) Foto: © Vasili Franco

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn im Sommer diesen Jahres das erste Mobilitätsgesetz Berlins und auch Deutschlands verabschiedet wird, geht es nicht nur um mehr Radwege oder Fahrradabstellanlagen, sondern auch um die Vision Zero: Das Ziel, keine Verkehrstoten mehr in Berlin zu beklagen.

 

Die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist wesentlicher Bestandteil des Gesetzesentwurfs, der derzeit in den Ausschüssen des Abgeordnetenhauses beraten wird. Mit konkreten Maßnahmen, wie der Einführung von Abbiegeassistenten für LKWs, den Umbau von Kreuzungen oder Aufklärungskampagnen, will Rot-Rot-Grün diese Vision in Berlin Wirklichkeit werden lassen. 2017 gab es in Berlin 7111 Verkehrsunfälle, an denen Radfahrende beteiligt waren. Etwa die Hälfte davon fiel in die Kategorie „Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug, das einbiegt oder kreuzt“. Gerade diese Unfälle enden für Radfahrende meist mit besonders schweren Verletzungen oder gar tödlich, insbesondere wenn LKWs beteiligt sind. Aus diesem Grund hat die Regierungskoalition den Senat aufgefordert, eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg zu bringen, die die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr deutlich erhöht. Konkret wollen wir die verbindliche Einführung des Abbiegeassistenten bei allen in Deutschland neuzugelassenen LKWs. Zudem wollen wir prüfen lassen, wie mit entsprechenden sicherheitswirksamen,
technischen Einrichtungen auch die Bestands-LKWs schnellstmöglich nachgerüstet werden können.

Bauliche Maßnahmen für die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen

Das Land Berlin muss aber auch eine Vorbildfunktion einnehmen, denn es selbst verfügt über einen großen Fuhrpark an eigenen LKWs. Bei der Neubeschaffung von landeseigenen LKWs sollen diese in Zukunft mit Abbiegeassistenten ausgestattet werden. Doch allein auf die Technik wollen wir uns nicht verlassen. Deshalb werden wir kontinuierlich mit
baulichen Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Gerade im Kreuzungsbereich gibt es eine erhöhte Unfallgefahr für Radfahrende als auch für Fußgänger*innen durch abbiegende Fahrzeuge – genau dort müssen wir verstärkt und schneller handeln. An der Kolonnenstraße ist dies nach dem tödlichen Unfall zu Beginn des Jahres bereits geschehen. Vor wenigen Wochen hat unsere Verkehrssenatorin Regine Günther eine Liste mit zehn gefährlichen Kreuzungen präsentiert, die in diesem Jahr noch entschärft werden sollen. Damit soll die Verkehrssicherheit im Besonderen für die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen deutlich erhöht werden. Neben abbiegenden Fahrzeugen ist das sogenannte „dooring“, also ein Unfall, der durch eine plötzlich geöffnete Autotür herbeigeführt wird, für Radfahrende sehr gefährlich. Die zuständige Verkehrssenatsverwaltung hat dazu die Aufklärungskampagne „Mehr Rücksicht mit Rückblick!“ ins Leben gerufen. Dort wird vor allem der holländische Griff proklamiert. Dies bezeichnet eine Methode, mit der man beim Aussteigen die Autotür mit der rechten Hand öffnet. Dadurch wird der Oberkörper gedreht und der Blick geht automatisch nach hinten. Der in Holland bereits in der Fahrschule vermittelte Griff soll auch in Berlin Schule machen.

 

Artikel aus dem Stachel Mai Ausgabe 1/2018

Autor: Stefan Taschner, Mitglied des Abgeordnetenhauses

Titelfoto: © Grüne Xhain, Vasili Franco