DS/1804/III

Antrag

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird beauftragt, in der Verknüpfung der beteiligten Akteure (AG Übergang Schule/ Beruf, Arbeitsagentur Berlin Mitte, Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg, Bezirksamt u.a.) zu prüfen, für welche Zukunftsberufe zusätzliche Ausbildungsförderungsmaßnahmen ausgeschrieben werden können. Dabei sollen besonders die handwerklichen Berufe im Bereich der energetischen Gebäudesanierung sowie sämtliche für den nachhaltig klimaschützenden Umbau von Wohnungen verbundenen Berufe in Betracht gezogen werden (z.B. auch Metallberufe, „grüne“ Heizungsmechaniker, Ausbaufacharbeiter).

Weiter soll geprüft werden, welcher Instrumente und Strategien es bedarf, um den Jugendlichen eine lebendige und konkrete Vorstellung von diesen Zukunftsberufen zu vermitteln, auch um traditionell geschlechtsspezifische Kompetenzzuschreibungen abzubauen.

Nach der Prüfung soll sich das Bezirksamt gegenüber der Arbeitsagentur und in der Trägervertretung des JobCenters für den verbesserten Einsatz von Eingliederungsmitteln für Ausbildungsfördermaßnahmen in diesen Berufsfeldern in unserem Bezirk einsetzen.

Begründung:

Die Berufsausbildung ist zwar primär eine Aufgabe der dualen Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen, für die politisch die Senatsverwaltung die Verantwortung trägt, doch reicht dies bei der prekären Arbeitsmarktsituation und der hohen Jugendarbeitslosigkeit im Bezirk nicht aus. In den letzten Jahren sind dem Bezirk – zum Teil aufgrund gesetzlicher Veränderung – eine Reihe von Arbeitsagentur-finanzierten Ausbildungsförderungsmaßnahmen verloren gegangen.

Vor allem sind einige traditionelle handwerklich-industrielle Ausbildungsgänge verloren gegangen, statt diese mit ökologisch-nachhaltiger Zielsetzung neu zu definieren und grün zu modernisieren. Der Bezirk sollte die Ankündigungen des Senats, in Berlin wieder mehr industrielle Strukturen anzusiedeln, aufgreifen und dafür Ausbildungsförderungen auf den Weg bringen, die nachhaltig sind, absehbare städtische Bedarfe antizipieren und somit die Zugänge zu Ausbildung und Erwerbsarbeit auch für jene Jugendlichen verbessern, die heute wenig Chancen haben. Wird der Blaumann grün, haben alle etwas davon!

Friedrichshain-Kreuzberg, den 22.06.10 B’90/Die Grünen

Antragsteller: Herr Lenk, Wolfgang