Die Cuvrybrache sollte Standort für Sozialen Wohnungsbau sein!

Zum Baubeginn des Büro- und Geschäftskomplexes auf der Cuvrybrache erklärt die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Friedrichshain-Kreuzberg:

Die grüne BVV-Fraktion lehnt die geplante Bebauung ausdrücklich ab! Hochpreisige Gewerbeflächen und dazu eventuell noch ein Luxus-Hotel werden hier benötigt wie ein Kropf! An dieser Stelle sollten vor allem preiswerte Wohnungen und zusätzliche Grünräume entstehen sowie der Spreeuferwanderweg gesichert und fortgeführt werden. Darüber hinaus nimmt das geplante Bauvorhaben überhaupt keine Rücksicht auf den erfolgreichen Bürgerentscheid „Spreeufer für alle“, da die Bebauung laut den bekannt gewordenen Plänen bis direkt an die Spree vorrückt.

Anderslautende Bewertungen sind in diesem Fall nicht unsere Position. Besonders da der Bezirk keinerlei Mitspracherechte bei der jetzt geplanten Bebauung hatte.

Seit der ehemalige SPD-Bausenator Peter Strieder vor über 15 Jahren die Zuständigkeit für die Bebauung der Cuvrybrache an sich gezogen hat, ist der Bezirk mehr oder weniger Zuschauer bei dem Trauerspiel um dieses große Spreegrundstück. Die jetzt begonnene Bebauung mit Gewerbe und eventuell einem Hotel wurde Anfang der 2000er Jahre ebenfalls von Ex-Senator Strieder genehmigt. Dieser berät jetzt viele Großinvestoren, die hochprofitable Projekte im Spreeraum entwickeln.

Aufgrund der gesetzlichen Regelungen auf Landesebene – die weder von rot-rot, noch rot-schwarz in den letzten 15 Jahren geändert wurden – konnten die wechselnden Eigentümer*innen der Brache die alte Baugenehmigung vom ehemaligen Senator Strieder immer wieder aufs Neue verlängern. Als der Senat vom jetzigen Eigentümer – nach dessen Meinung – zu viel bezahlbaren Wohnraum forderte, konnte dieser die alte Strieder-Genehmigung wieder aus dem Hut zaubern. Nun hätte der Senat nur noch gegen Entschädigung etwas gegen den Bau unternehmen und so das Gelände als Wohnstandort oder gar Grünfläche sichern können. Dieser Verantwortung für die an dieser Stelle selbst verursachte Planungsmisere kam der Senat aber nicht nach.