Jetzt kommt es darauf an: Die nächste Legislatur sind fünf der acht Jahre, die wir noch haben, um die 2-Gradziele zu erreichen. Das sind die kreuzwichtigen Jahre, in denen wir entweder die Bezirkswende schaffen oder von uns selbst und anderen künftigen Xhainer*innen verflucht werden, weil wir ihnen keinen lebenswerten Ort übergeben können.

Werden wir das Notwendige tun? Das bedeutet den Bezirk so umbauen, dass man hier in größerer Hitze leben kann; dass der kostbare Niederschlag nicht schnell abläuft, sondern versickert; dass wir keine Anreize mehr für das Besitzen, Fahren und Parken von Autos geben, sondern den Ver-kehr endlich an den Klimanotmaßnahmen beteiligen. Dazu gehört auch, dass wir Autobesit-zer*innen nicht mehr bevorzugen, indem sie unsere kostbaren öffentlichen Flächen kostenlos voll-stellen dürfen. Dafür muss der erste autoarme Kiez her! Ein Kiez, der als Leuchtturm für alle an-deren Kieze, die Stadt und darüber hinaus wirken kann. Denn den Raum brauchen wir für die Xhainer*innen und ihre Bedürfnisse, nicht für Blechdosen.

Wenn wir von unseren Schulen und unseren Parks ausgehen, dann können wir Laufschritt für Lauf-schritt Straßen zu Wegen und Plätzen machen – ohne Asphalt, ohne motorisierten Individualver-kehr, nur mit Lieferzeiten, Versorger- und Notfallverkehren für Fahrzeuge. Und sonst werden wir auf den neuen Flächen viel Fahrrad fahren, uns treffen, Sport machen können, die Kinder spielen lassen und noch vieles mehr. Das wird nicht jedem gefallen. Aber wenn wir allen Kritiker*innen nachgeben, dann wird jeder Parkplatzrückbau zur letzten Schlacht der Verkehrswendebrem-ser*innen. Wir werden nicht mit allen reden können, bevor wir flächendeckend handeln. Es wird spannend werden, zu sehen, ob wir das als BVV in Xhain aushalten können. Sonst kommt am Ende nur ein kleinster gemeinsamer Nenner heraus, der niemanden vor der Stadthitze zu retten vermag.

Leuchtturm für eine verkehrsberuhigte Stadt

Aber wenn wir den ersten autofreien Kiez im Bezirk haben; wenn wir einen Görli haben, der nicht mehr klein und übernutzt ist, sondern vom Spreeufer zum Landwehrkanal reicht; wenn eine der großen Verkehrsachsen im Bezirk zur Hälfte Radweg ist; wenn wir eine Transportinfrastruktur haben, die nicht mehr vom 20-Tonner LKW auf der Spielstraße getragen wird; wenn wir keiner toten / keinem getöten Radfahrer*in im Bezirk ein weißes Fahrrad an den Unfallort stellen müs-sen; wenn wir Xhain von der Autolobby der 50er Jahre zurück geholt haben – dann sind wir lang-sam auf dem Weg zu einem Bezirk, in dem man auch in der Klimakatastrophe noch leben kann.

Ich möchte in den anstehenden klima- und verkehrspolitischen Debatten mithelfen und die Ent-scheidungen im Bezirk so mit beeinflussen, dass er uns allen erhalten bleibt, wir mehr davon ha-ben und ihn in einem guten Zustand weitergeben können. Bezirkswende jetzt!

Florian Fleischmann kandidiert auf Platz 27 unserer BVV-Kandidat*innenliste

Dieser Artikel erschien zuerst im Stachel, der bündnisgrünen Parteizeitung in Xhain.